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Die Mauren in GRANADA II

 

ALHAMBRA

Die Mauren in GRANADA I

Die Mauren in GRANADA II

Die Könige von GRANADA

Ein Rundgang durch GRANADA

 

 

Granada ein gut verwaltetes, blühendes Gemeinwesen mit einem funktionierenden Steuersystem, mit Krankenfürsorge, Schulen und Universitäten, mit schwunghaftem Handel, prosperierendem Handwerk und ertragreicher Landwirtschaft.

Das Verhältnis zu den Christen gestaltete sich im Laufe der Zeit immer schwieriger. Zwischen den Kampfhandlungen gab es Jahre des Waffenstillstands. Dem anfänglichen Arrangement mit Kastilien folgte später die engere Zusammenarbeit mit den islamischen Dynastien Nordafrikas, da sich die Drohungen der Christenmacht verstärkten. Kleinkriege an den Grenzen waren keine Ausnahme. Auf erneute Tributforderungen reagierte der König von Granada 1478 mit steifer Ablehnung. Der Marquez von Cadiz überfiel eine granadinische Garnison. Daraufhin stürmten die Mauren 1481 den Grenzort Zahara.

 

Für die Katholischen Könige Ferdinand und Isabella, die seit 1479 das christliche Spanien regierten, war dies Anlass für ihren mehr als zehn Jahre währenden Kriegszug. Sie wollten endgültig den Rest maurischer Herrschaft auf iberischem Boden vernichten. Eine Stadt nach der anderen nahmen sie im Wechselspiel von Waffengewalt, Erpressung und Verrat ein. Am Ende dieses Kampfes für ein christliches und zugleich politisch geeintes Spanien stand der Fall der Königsstadt Granada (1492).

Der letzte König von Granada, Boabdil genannt der Unansehnliche, spielt dabei eine wenig rühmliche Rolle. Er war als Thronfolger in die Gefangenschaft der Katholischen Könige geraten. In dieser Zeit hatte sein Onkel die Macht in Granada ergriffen. Boabdil versuchte, sie ihm wieder abzujagen. Während der Maurenkönig im offenen Kampf mit den Christen in den Bergen Malagas stand, nutzte Boabdil dessen Abwesenheit, um in die Alhambra einzuziehen. Danach ließ er den Onkel in eine Falle der christlichen Gegner laufen. Malaga musste sich ergeben, seine Bevölkerung wurde in die Sklaverei verkauft. Der vom Neffen verratene König von Granada floh nach Nordafrika. Boabdil wurde nun endlich selbst Herrscher, aber das verbliebene Maurenreich war derart geschwächt, dass nach einer langen Belagerung Granadas durch das christliche Heer nichts anderes übrig blieb, als die überfüllte Stadt mit ihren hungernden Bewohnern zu übergeben. 1491 wurden in geheimen Verhandlungen vertragliche Zusicherungen gemacht, die Sicherheit und Glaubensfreiheit der Bevölkerung zu garantieren.

Am 2. Januar 1492 zogen die Christen feierlich in Granada ein. Boabdil übergab die Stadtschlüssel und ritt mit seinen Getreuen in die Alpujarras, ein südliches Vorgebirge der Sierra Nevada, wo ihm eine kleine selbstständige Herrschaft zugesichert worden war. Das Tor, durch das er Granada verließ, wurde auf seinen Wunsch zugemauert. Überliefert sind Boabdils Tränen durch die kolportierte Bemerkung seiner ehrgeizigen Mutter: »Beweine nicht wie ein Weib, was du nicht wie ein Mann hast verteidigen können.« Auch sein letzter Blick auf die verlorene Stadt ist offenbar seinerzeit beobachtet worden. Noch heute heißt eine Anhöhe 15 km südlich von Granada in Anspielung darauf Puerto del Suspiro del Moro, >Paß des Seufzers des Mauren<. Boabdil hielt es nicht lange in den Alpujarras. Er zog weiter nach Nordafrika, wo sich seine Spur verliert. Angeblich ist er dort im Jahre 1527 im Kampf umgekommen.

Ferdinand und Isabella hatten nun ihr lang gehegtes Ziel erreicht. Spanien war politisch geeint, und es war katholisch.

Die Alhambra erschien auch ihnen als paradiesisches Pfand. Lediglich die Moschee und andere umliegende Gebäude wurden abgerissen, um einer Kirche und einem Kloster Platz zu machen. Der Königspalast selbst blieb stehen. Die beiden Könige verfügten im Jahre 1504, dass sie nicht - wie vorgesehen - in Toledo zu Grabe gebracht würden, sondern am Ort ihres größten Triumphs, in Granada. Man begann mit dem Bau der Kathedrale und des Mausoleums, der Königlichen Kapelle, in der unteren Stadt.

Schon 1492 hatten Isabella und Ferdinand dem Drängen des Großinquisitors Torquemada nachgegeben und alle Juden aus Spanien vertrieben. 1499 befahl Kardinal Cisneros die Verbrennung aller arabischen Bücher religiösen Inhalts. In Granada kam es zu einem Aufstand. Man antwortete mit dem Bruch der Übergabevereinbarungen, die Glaubensfreiheit garantiert hatten. Die Muslime wurden nun vor die Wahl gestellt, entweder Spanien zu verlassen oder zum Christentum überzutreten. Wenn sie dies allerdings taten, waren sie nicht sicher vor der misstrauischen Inquisition, die 1480 in Sevilla eingesetzt worden war und immer mächtiger wurde.

Die meisten Mauren verließen das Land. Die Zurückgebliebenen empörten sich und setzten sich zur Wehr, vor allem in den Alpujarras, der letzten Zuflucht der Morisken. So nannte man die Mauren, die zum Christentum übergetreten waren, viele natürlich nur zum Schein, um im Lande bleiben zu können. Im 16. Jh. gab es noch zahlreiche Moriskenaufstände, die allesamt blutig niedergeschlagen wurden. Endgültig wurden die Morisken, die immerhin noch 5 % der damaligen Bevölkerung ausmachten, erst 1609 vertrieben.

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