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Ein Rundgang durch GRANADA

 

ALHAMBRA

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Ein Rundgang durch GRANADA

 

 

Besuchen wir zunächst die nahe der Kathedrale gelegene Alcaiceria , den ehemaligen Seidenmarkt Granadas aus arabischer Zeit. Im 19. Jh. hat ein Brand allerdings die Gebäude zerstört. Die jetzigen Häuser im arabischen Stil sind neueren Datums. Hier werden allerlei Schmuck und Kunsthandwerk angeboten. Blicken wir von hier aus durch die schmale Gasse über die quer laufenden Straßen hinweg, können wir am Ende ein arabisches Tor entdecken. Wir müssen die stark befahrene Calle de los Reyes Catolicos überqueren, um mitten in der Großstadt in einer Seitengasse auf das einzige vollständige Beispiel einer Karawanserei in Spanien zu stoßen, der Corral del Carbon . Sehr schön erhalten ist der maurische Torbogen, der schon von der Alcaiceria aus zu sehen war. Den Eingang überspannt ein Hufeisenbogen, darüber ein rechteckiges Schmuckband. Wir sehen das typische Zwillingsfenster mit einer Säule in der Mitte (ajimez) und jene herabfallenden Hohlformen, die muquarnas genannt werden. Sie wurden in der islamischen Kunst sehr variantenreich eingesetzt, besonders wirkungsvoll in den Gewölben als Stalaktitendekoration. Zum architektonischen Zierrat gehört außerdem ein Schriftband mit kufischen Lettern: »Gott ist einzig, Gott ist allein. Er wurde nicht gezeugt noch zeugte er noch hat er einen Gefährten.«

 

Tor und Gebäude wurden 1330 erbaut. Es war eine Art Warenhaus mit Unterkunftsmöglichkeiten. Der alte Brunnen in der Mitte des Platzes diente als Tränke für Reisende und ihre Tiere. Man sieht am abgeschabten Steinrand noch die vom Seilzug hinterlassenen Spuren der Benutzung. Nach der Eroberung Granadas zogen die Holzkohlenbrenner ein, und aus dieser Zeit rührt der heutige Name: Corral del Carbon (Haus der Kohle). Im 16. Jh. installierte man hier ein Theater, später eine Mietskaserne. Anfang des 20. Jh. wurde das Haus renoviert. In den letzten Jahren wechselte die Nutzung ständig.

Wir gehen zurück zur Hauptstraße und über die verkehrsreiche Plaza de Isabel la Catolica hinweg bis zur Plaza Nueva, die zum Verweilen einlädt. Direkt an der Ecke liegt ein kleines Cafe mit leckeren Kuchen. Wir befinden uns nun unterhalb des Albaicin-Viertels, eines der schönsten Stadtteile von ganz Andalusien. Hier finden wir die Atmosphäre des maurischen Granada. Einst Viertel der Armen, Tagelöhner und Studenten entwickelt sich der Albaicin immer mehr zum bevorzugten Wohngebiet wohlhabender Leute. Man sollte sich einen halben Tag Zeit nehmen, um die Gassen zu durchschlendern, die Hausgärten (carmenes) zu bewundern und die Ausblicke auf die Dächer, die Alhambra und die Sierra Nevada zu genießen. Der Albaicin unterliegt übrigens als Kulturdenkmal dem Schutz der UNESCO. Geht man zunächst noch über die Plaza Nueva hinaus, ein Stück weiter am Rio Darro entlang, kommt man zu einem Gebäude, in dem sich arabische Bäder befinden, die man besichtigen kann. Außerdem liegt das Archäologische Museum in der Nähe, das phönizischen Schmuck, iberische Gebrauchsgegenstände, römische Amphoren und maurische Keramik zeigt. Es bietet sich an, von hier aus hügelaufwärts zu spazieren.

Das Areal ist zwar weitläufig, aber man muss keine Angst haben, sich zu verirren: Geht man abwärts, kommt man immer wieder zur unteren Stadt zurück, aufwärts gelangt man zu einer großen Straße (Carreterra de Murcia), die nach links in das Zentrum zurückführt. Oberhalb dieser Straße befindet sich das traditionelle Viertel auf dem Sacromonte. Es besteht zum großen Teil aus Höhlen, die wohnlich eingerichtet sind und teilweise für  Flamenco-Shows genutzt werden.

Mitten im Albaicin-Viertel, dem ältesten Teil Granadas, treffen wir auf Reste der arabischen Stadtmauern und die dazugehörigen Stadttore aus dem 11. Jh. Eine zweite, weiter außerhalb liegende Stadtmauer stammt aus dem 14. Jh. Den schönsten Ausblick haben wir vom terrassenförmigen Vorplatz der Kirche San Nicolas. Die alte arabische Stadt, der Alhambra-Komplex und im Hintergrund die Höhen der Sierra Nevada setzen sich zu einem atemberaubenden Bild zusammen, einer einmaligen Kultur- und Landschaftskomposition. Licht und Farben sind am späten Nachmittag oder frühen Abend am schönsten, wenn nicht nur die Bergkette weiß gegen den blauen Himmel leuchtet, sondern auch die >rote< Alhambra.

Wenn wir nun die Cuesta de la Alhacaba abwärts gehen, gelangen wir zur Puerta Elvira, einem arabischen Stadttor aus dem 11. Jh. Wir haben den Albaicin verlassen. Nahebei steht das alte, von Isabella der Katholischen gestiftete Königliche  Hospital, das seit einiger Zeit Universitätsgebäude ist. Einen Kilometer weiter (kein reizvoller Fußweg mehr) gelangen wir zum Kartäuserkloster (Cartuja) H, 1504 vom Heerführer der Katholischen Könige, dem >Gran Capitän< Gonzalo Fernändez aus Cördoba gegründet. Die Anhänger des heiligen Bruno (aus Köln) lebten hier in ihren Einzelzellen bis 1824. Im Speisesaal hängen Gemälde, die Hinrichtungs- und Folterszenen zeigen (aus der Zeit, als die Katholiken in Großbritannien verfolgt wurden). Aber das Ziel des Besuchs ist die Sakristei des Klos­ters, ein Höhepunkt des spanischen Ba­rock. 1727 begann man mit den Arbeiten. 37 Jahre dauerte es, bis der Marmoraltar, die Intarsienarbeit der Schränke und der churiguereske Wand­dekor aus weißem Stuck vollendet waren. Die beiden kleinen Figuren auf dem Altar Jungfrau und heiliger Bruno stammen von Alonso Cano.

Wir gehen den Weg zurück, am Hospital vorbei, von dort aus die Gran Via de Colon entlang, die wieder zu dem inzwischen bekannten Denkmal von Isabella und  Kolumbus  führt. Bemerkenswert sind manche Fassaden im Jugendstil.

Ein anderer, etwas weiterer Weg führt zunächst von der Calle del Hospital geradeaus in die Calle San Juan de Dios. Wir gehen an der Kirche San Juan de Dios und am gleichnamigen Hospital vorbei, in dessen großräumigem Innenbereich mit mehreren Patios man sich umsehen kann, und stoßen dann auf die Klosterkirche San Jeronimo die wie die Kathedrale von Diego de Siloe im Stil der Renaissance umgestaltet wurde. Wir befinden uns nun auf der Calle del Gran Capitan. Diesem Gran Capitan zu Ehren, dem Heerführer unter Isabella der Katholischen und späteren Vizekönig von Neapel, wurde die Kirche erbaut, in der er begraben liegt. Wenn wir in die Calle de San Jeronimo einbiegen oder in die Calle de la Duquesa, befinden wir uns nach ein paar Schritten im zentralen Universitätsviertel. Geradeaus führt dann der Weg weiter zum Ausgangspunkt unseres Rundgangs, dem Kathedralenviertel mit seinen Plätzen, Geschäften und Restaurants.

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